Eva Mattes:  Wir können nicht alle wie Berta sein

Peter Zadek: "Eva, bitte, glühst du noch eine Weile für mich?"

Eva Mattes hat noch Jahre Zeit bis sie ihren 60. Geburtstag feiert und dennoch legt sie jetzt bereits ihre Autobiografie vor. Das mag erstaunen, aber ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen.

Die Schauspielerin kann auch schreiben stelle ich zunächst fest. Spannend erzählt sie von einem Termin zum anderen hetzend aus ihrem Leben. Von ihren berühmten Eltern die sich scheiden ließen als sie zwei Jahre alt war.

Die Autorin erzählt dann wie sie an ihre ersten Aufträge im Synchronstudio kam. So lieh sie ihre Stimme unter anderem dem kleinen Timmy aus der amerikanischen Serie "Lassie" und auch Pippi Langstrumpf.

Besonders interessant wird es als Eva Mattes von Begegnungen mit prominenten Künstlern schreibt. Da plaudert sie über Begegnungen mit Ilja Richter, Senta Berger, Rainer Werner Fassbinder, Bernhard Minetti und vielen anderen, dabei landet die Autorin glücklicherweise nie in der Kitschschublade.

Die Mattes schreibt von sich und ihrer Arbeit, so ganz nebenbei entstand damit aber auch eine detailreiche und farbenfrohe vorgetragene Chronik von Filmgeschichte und anderen Schauspielkarrieren der letzten Jahrzehnte in Deutschland.

Vieles kommt mit Eva Mattes wieder zurück in die Erinnerung. Zum Beispiel der damals so revolutionäre Vietnamfilm von Michael Verhoeven, in dem die Autorin als Teenagerin mit Friedrich von Thun und Ewald Prechtl zusammen arbeitete.

War ich anfangs skeptisch vor der Autobiografie einer so jungen Autorin, bin ich nun begeistert. Eva Mattes hat die beiden Erzählebenen in ihrem Buch, ihre persönliche Karriere und die Beleuchtung der Filmszene so gut miteinander kombiniert, dass das Lesen ihres Buches eine wirkliche Bereicherung ist!

Ullstein, ISBN 978-3-550-08811-7, Preis 19, 99 Euro

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