Ines Thorn:  Totenreich

In das Frankfurt / Main des Jahres 1533 führt uns Ines Thorn mit ihrem neuen Roman, der nichts für schwache Nerven ist.

Schwangere Frauen verschwinden, manchmal tauchen sie auch wieder auf. Ausgeweidete Frauen werden am Mainufer gefunden und selbst der katholische Priester Bernhard Nau findet nach abgenommener Beiche auf dem Sitz des Sünders blondes Haar mit Skalp.

Die Reichsstadt Frankfurt zählte zu jener Zeit an die 20 000 Einwohner und war in wirtschaftlicher Hinsicht eine starke Macht. Außerdem waren die Evangelischen drauf und dran die Stadt in Besitz zu nehmen, da kam es ihnen doch sehr gelegen den katholischen Priester ins Verlies zu sperren. Der hatte nämlich versucht seine geschmacklosen Fundstücke des Nachts verschwinden zu lassen und wurde dabei vom Nachtwächter erwischt.

Schultheiß Krafft von Elckershausen lies die Ermittlungen zur Aufklärung der Morde sehr früh einstellen, was politische Beweggründe haben könnte, aber vielleicht auch ganz andere.

Während Pater Nau im Verlies sitzt, ergreift seine Haushälterin und Schwester Gustelies die Initiative. Zusammen mit ihrer schwangeren Tochter, der Richtersfrau und einer Freundin, ermittelt sie einfach weiter.

Ines Thorn hat wieder einmal eine spannende Geschichte präsentiert, die uns Leser einen sehr lebendigen Einblick in das frühe 16. Jahrhundert ermöglicht. Es war nicht nur die Zeit in der der Aberglaube eine Vielzahl von Blüten hervorbrachte. Wer sich an dieses Buch herantraut, wird es in einem Zuge verschlingen.

 

rororo, ISBN 978-3-499-25371-3, Preis 8, 99 Euro

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