Martin Walker:  Schwarze Diamanten

Martin Walker darf man wohl zurecht als einen sehr politischen Menschen bezeichnen. Er hat nicht nur sehr beachtete Porträts über die Präsidenten Gorbatschow und Clinton geschrieben, er hat auch diese weitere Bruno - Chef de Police - Geschichte geschrieben und holt sehr gekonnt die große Politik vom hohen Pferd herunter, in diesem Falle in das Perigord.

Wenn die Auswirkungen von Politik uns alle berühren

Die schwarzen Diamanten sind nichts anderes als schwarze Trüffel. Nur hier in Perigord kommen sie in dieser meisterlichen Qualität vor, nur hier gefundene Trüffel kosten solch horrende Preise. Klar, dass dieser Ort auch ein Anziehungspunkt für Kriminelle ist. Und wo so manch ein elektrisches Gerät von Chinesen längst billig imitiert wird, da sind auch chinesische Trüffel nicht mehr weit.

Bruno wird aktiv als sein Freund Hercule ermordet wird. Das brisante an diesem Mord ist, dass Hercule einer der besten Trüffeljäger ist.

Das Beste was Martin Walker je schrieb

Wie in keinem anderen Buch zuvor gelingt es Martin Walker den aktuellen Mord an Hercule geschickt mit längst vergangener, aber nicht vergessener französischer Politik zu verbinden. Da ist plötzlich Frankreichs Krieg gegen Vietnam wieder präsent und es ergeben sich interessante Einblicke in das Damals und das Heute.

Krimileser, die in ihrer Lektüre eine Brücke von realistischer Gegenwart zu historischen Fakten schlagen wollen, sollten sich diesen Thriller nicht entgehen lassen. Es ist das Beste, was Martin Walker je zu Papier brachte.

 

Diogenes, ISBN 978-3-257-06782-8, Preis 22, 90 Euro

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