Joachim Bauer:  Schmerzgrenze

Neurowissenschaftler Joachim Bauer wirft hier ohne Vorbehalte und ohne schablonenhaftes Wissenschaftlerdenken einen gründlichen Blick auf das Phänomen der menschlichen Gewalt in grauer Vorzeit bis in die Gegenwart hinein.

Mythos Aggression

Worauf sind die Grundmotivationen des Menschen gerichtet

Die Schmerzgrenze: Zur neurobiologischen Architektur der Gewalt

Armut, Ungleichheit und Gewalt: Menschliche Gesellschaften an der Schmerzgrenze

Auf der Suche nach den Ursprüngen oder: Der Mensch vor und nach der neolithischen Revolution

Gegenpole zur Dynamik der Aggression: Die Entstehung von Moralsystemen, Religion und Recht

Alltägliche und globale Gewalt verstehen und begrenzen lernen

All diese Themen bringt er nicht etwa trocken - wissenschaftlich, sondern gut verständlich rüber. Sehr genau analysiert er menschliche Aggressionen an Hand beeindruckender Beispiele aus dem Alltag.

Der Autor zeigt, dass es gerade zu normal war, dass es vor 10 000 Jahren, durch die neolithische Revolution und des einsetzenden zivilisatorischen Prozesses zur deutlichen Erhöhung zwischenmenschlichen Gewaltpotentials kommen musste. Dies verwundert zunächst, leuchtet nach der Lektüre aber ein.

Interessant auch wie Bauer die Reaktionen darauf beschreibt. Menschen setzten sich unterschiedliche Moralnormen, um sich vor der immer weiteren Zunahme der Gewalt zu schützen.

Die Gesamtheit seines Themas, zu dem für Bauer auch Ausgrenzung und Demütigung gehört, ist faszinierend. Dieses Buch kann ohne spezielle Vorkenntnisse zu besitzen gelesen werden.

Unbedingt empfehlenswert!

 

Blessing, ISBN 978-3-896-67437-1, Preis 18, 95 Euro

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