Ole von Beust:  Mutproben

Als ich das Buch durchgelesen hatte, war mir klar warum dieser Ole von Beust nicht in Berlin gelandet ist, keinen Ehrgeiz für eine Parteikarriere zeigte und warum er nicht mitmachte beim Rennen um immer höhere Positionen und immer mehr Macht. Er ist zu sehr Mensch, weiß genau was der Wähler erwartet:

"Immer wieder stellte ich in Gesprächen fest, dass die Menschen sich von einem Politiker vor allem Ehrlichkeit wünschen und Gradlinigkeit. Und dass sie genau diese Tugenden derzeit am meisten auch vermissen."

Der Autor zeichnet in seinem Buch mit klaren Worten sein Leben nach. Zu meiner Verwunderung bezeichnet er sich selbst als intuitiven Menschen, dabei glaubte ich immer an den kühlen norddeutschen Kopf. Aber dann beim schildern seiner Lebensjahre wird klar, dass der aus einem christlichen Elternhaus stammende Autor nicht so sehr dem entspricht was man landläufig als sturen Norddeutschen bezeichnet.

Immer mehr wird klar für mich, dieser Typ von Poltiker, wie er von Ole von Beust dargestellt wird, hält nicht stand im rauen Ellenbogenalltag deutscher Politik. Es war gescheit für ihn zurückzutreten, für das Allgemeinwohl allerdings war es nicht gut. Dringend brauchen wir Politiker denen Mut und Demut im Alltag etwas bedeuten und die keine parteipolitischen Berührungsängste kennen, seien es nun grüne oder sozialdemokratische Ängste.

Für nicht ganz glücklich gewählt halte ich den Titel des Buches. Erst nach dem Lesen wird klar, warum dieses Buch den Titel "Mutproben" trägt. Ich hoffe sehr, dass der Titel diesem Buch nicht schadet.

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06662-2, Preis 19,99 Euro

 

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