Carolin Schairer:  Lass keine Fremden ins Haus

Welche junge Frau würde das schon tun? Laura sieht eine Frau in einen Mantel gehüllt, mit nur einem Schuh. Sie sitzt an einer Bushaltestelle. Als Laura dann zu Hause ist, sagt ihr der Wetterbericht: Die Nacht wird sehr kalt.

Laura Eisner läuft durch ihre Wohnung, in der sie seit drei Jahren alleine wohnt. Damals war ihre Mutter gestorben und jetzt schaut Laura aus dem Fenster und sieht die Frau mit dem einen Schuh noch immer sitzend an der Bushaltestelle. In der Zwischenzeit jedoch war sie eingeschlafen.

Angst beschleicht Laura. Wenn sie nichts tut ist diese Frau da draußen Morgen früh erfroren. Und während in ihrem Kopf die Stimme ihrer Mutter dröhnt: "Lass keine Fremden ins Haus", holt sie die Fremde in ihre Wohnung.

Carolin Schairer peitscht ihre Romanhandlung schnörkellos und zielstrebig bis zum Höhepunkt durch. Klar und einfach ist ihre Sprache. Seite um Seite steigt die Spannung. Was das Lesen ein wenig erschwert, ist der wenig kenntlich gemachte häufige Orts - und Szenenwechsel. Dem hätte man durch eine Kapiteleinteilung des Buches entgehen können.

Was als Begegnung zweier fremder Frauen beginnt, gipfelt in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte. Dennoch hat dieses Buch zunehmend auch viel von einem Krimi. Nach und nach kommt Laura hinter das Geheimnis der fremden Frau die zunächst angibt Tosca Raimund zu sein, um wenig später zu erzählen, dass sie sich an nichts erinnern kann.

Es fällt sehr schwer sich diesem Buch zu entziehen, etwas besseres kann einem Autor nicht wiederfahren!

 

U. Helmer Verlag, ISBN 978-3-897-41311-5, Preis 19, 95 Euro

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