Jamuna Devi:  Jamuna

Jamuna ist 16, lebt in Berlin und ist die Tochter eines Libanesen, ihre Mutter ist Deutsch - Perserin.

Ganz einfach so dahinplaudernd, mitunter in sehr deutlich - direkter Sprache, erzählt Jamuna von ihrem Alltag in Neukölln. Trotz aller Enge spürt man an ihren Zeilen, eine gewisse Unabhängigkeit.

Ihren Vater liebt sie. Als er Spielschulden gemacht hat, bestiehlt sie ihre Mutter und ist bereit sich selbst zu verkaufen. Der Leser erhält einen ungeschminkten Einblick in eine Welt die so dicht, aber doch oft nicht verstehbar und weit weg erscheint.

Mutig trifft sich Jamuna mit einem Freier nach dem anderen um ihrem Vater aus den Schulden zu helfen. Der weiß nichts von ihrem Tun.

Bei all den Männern für deren Bedürfnisse sie da ist, sucht sie ständig auch nach ihrem Platz an dem sie Liebe und Geborgenheit finden kann. Sie hat so einen Platz nicht. Ihre Mutter ist deutlich jünger als der Vater und hat einen Liebhaber. Eine Hassliebe steht zwischen Jamuna und ihrer Mutter. Als Jamuna dann aber doch meint einen Mann gefunden zu haben, weiß sie einen Tag später bereits, dass er sie belogen hat.

Mich hat an diesem Roman zutiefst berührt, wie es die junge Autorin Jamuna Devi zwischen all ihren Pleiten und Verletzungen geschafft hat, doch auch ihre Hoffnungen zu bewahren. Jamuna gibt nicht auf, beim Lesen spürt man förmlich ihre Energie und ihren Mut zum Leben.

Eichborn, ISBN 978-3-8218-6158-6,  Preis 14, 95 Euro

Nach oben