Roland Preuß:  Guttenbergs Fall

Zunächst ist dieses Buch eine Chronik der bekannten Geschehnisse um den über seinen eigenen Doktortitel gestolperten Exminister zu Guttenberg. Kapitel für Kapitel haben die beiden Autoren noch einmal alles zusammengefasst und würdigen den Auskang des Skandals als einen heroischen Sieg der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft.

"Guttenbergs Fall ist ein Sieg der Wissenschaft. Sie setzt ihre Ansprüche durch, nicht nur in ihrer eigenen Sphäre."

Zum Schluß wird darüber spekuliert ob es ein Comeback des Herrn zu Guttenberg geben kann. Dabei wird an den Skandal von Wolfgang Schäuble erinnert, in dem es um die Schwarzgeldkonten der CDU ging und in dem er wohl wissentlich nicht die Wahrheit sagte. Nach einer Auszeit von fünf Jahren kam Schäuble wieder in Spitzenämter zurück.

Sehr genau beobachten die Autoren dann was zu Guttenberg nach seinem Fall getan oder eben nicht getan hat. So hat er bis zum heutigen Tag beispielsweise "die ihm vorgeworfene Täuschung nicht zugegeben".

"Mehrere Anfragen der Autoren dieser Zeilen, über die Plagiatsaffären zu sprechen, ließ er unbeantwortet. Das lässt die Wunde nicht verheilen."

Folgt man der Argumentation der beiden Autoren ist Guttenbergs Rückkehr in die Politik denkbar, denn sein Bürgerbüro, "das er als Bundestagsabgeordneter eingerichtet hatte" hat er nicht aufgegeben. Er lässt es weiterlaufen und finanziert es jetzt selbst.

Das Buch macht auf den letzten Seiten viel wieder gut. Zu Beginn war ich ein wenig enttäuscht, weil es mir nicht viel neues mitzuteilen hatte.

Dieses Buch zeigt deutlich, das unsere Demokratie noch zu retten ist und sich geistiger Diebstahl nicht lohnt. Falls Diebe von von einst Demut walten lassen, sollte ihnen ihre Rückkehr wieder ermöglich werden, dass müssen wir aushalten. Im vorliegenden Fall lässt der Dieb allerdings noch keine Demut erkennen.

Zum Ende hin immer lesenswerter!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06672-1, Preis 17, 99 Euro

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