Günter Schneidewind:  Der große Schneidewind

Günter Schneidewind ist in der DDR groß geworden und war ein glühender Fan der aufkommenden Popmusik. Er hat selber noch die Zeit erlebt, als politisch Mächtige versuchten die sozialistische Jugend vor westlichen Einflüssen schützen zu müssen.

Mit einem kleinen wenig Glück schaffte er es im real existierenden Sozialismus zum Ostberliner DDR - Jugend - Sender DT 64 und konnte erste Interviews mit den bekannten Größen der Szene machen.

Die politische Wende überlebte er unbeschadet. Nach wie vor ist er einer, wenn nicht sogar der große Kenner der Rock - und Popgeschichte, er hatte sie alle im Interview und kennt alle ihre Geschichten und üblen Gerüchte.

Was mich an diesem Buch besonders reizte, war in erster Linie natürlich die Vielzahl der Geschichten, aber glücklicherweise hat Schneidewind auch seine DDR - Zeit nicht ausgespart. Wer diese Zeit bewusst miterlebt hat, wird diese Seiten besonders aufmerksam lesen.

Fans der bekannten Musikgrößen können dieses Buch als reichste bislang erschienene Geschichtenfundgrube ansehen. In seinem Nachwort hält der Autor einen zweiten Teil irgendwann einmal für nicht ausgeschlossen. Ich meine, wenn er damit nahtlos an die Qualität des ersten Teils anschließt, soll er sogleich mit dem Schreiben beginnen.

Günter Schneidewind porträtiert nicht nur eine ganze neu entstandene Musikepoche und ihre wichtigsten Ikonen, er versteht es dabei sehr gut auch die gesellschaftlichen Einflüsse zu berücksichtigen!

Klöpfer & Meyer, ISBN 978-3-863-51018, Preis 25, 00 Euro

Nach oben