Utz Claassen:  Atomblut

Der einstige Topmanager Utz Claassen, der zum Schluss seiner Karriere für drei Monate Chef des Solarunternehmens Solar Millenium war, scheint nun arbeitslos zu sein. Glücklicherweise riet ihm seine 87-jährige Mutter diesen nun vorliegenden Wirtschaftskrimi zu schreiben.

Die eigentliche Story hat es schwer, Fahrt aufzunehmen. Zäh strecken sich die ersten 40 Seiten in die Länge, auch wenn der Chef von RuhrSTROM gleich auf den ersten Seiten bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es dient nicht besonders der Spanung des Lesers, wenn schon wenige Seiten später klar wird, dass es eben kein Unfall war.

Fabienne Felsenstein, ist als brutale und gnadenlose Saniererin bekannt und soll die neue Chefin von RuhrSTROM werden. Ihr alter Freund und väterlicher Mentor Justus Kohlmeier zieht im Hintergrund die Fäden. In Griechenland und Österreich trieb Felsenstein bereits ihr Unwesen. Die Herren im Hintergrund meinen, sie wäre jetzt die geeignete Person an der Spitze des Energieerzeugers. Jetzt, nach den Zwischenfällen mit den Atomkraftwerken in Japan, soll in Deutschland die große Kehrtwende weg von den Atomkraftwerken vollzogen werden, da macht sich diese Frau doch sehr gut an der Spitze des Konzerns.

Bei der Namensfindung seiner Protagonisten beweist der Autor mir, dass er wirklich zu einem Fehlgriff nach dem anderen fähig ist. Fabienne Felsenstein, scheint mir doch mehr zu Bibi Blocksberg zu passen und auch der sich zu Zukunftsfragen äußernde Konzernmitarbeiter hätte in diesem frei erfundenen Krimi nicht Opaschowsky heißen dürfen. Dem Autor wird doch sicher der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowsky bekannt sein?

Wie spektakulär vom Autor: Der nächste Anschlag wird wieder auf der Autobahn verübt, diesmal allerdings auf die neue Chefin. Ab Seite 80 etwa, hat Utz Claassen dann endlich das Gaspedal für seine Story gefunden. Felsenstein hat noch mehrere Anschläge zu überstehen. Mächtige Herren im Hintergrund wollen halt in Zukunft auch weiterhin viel Geld verdienen und sind bereit viel dafür zu tun. Die Vision von einer solaren Welt lässt sich halt doch nicht so einfach umsetzen.

Für mich war dieser Wirtschaftskrimi nicht gerade der große Wurf, ich hoffe sehr, dass Utz Claassen nicht soviel persönliches in die Figur des Justus Kohlmeier geschrieben hat!

Econ, ISBN 978-3-430-20130-8, Preis 18, 00 Euro

 

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